Ist das Gehirn wirklich dazu da, uns glücklich zu machen?

Mark Twain brachte es mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: «Das menschliche Gehirn ist eine grossartige Sache. Es funktioniert von unserer Geburt an – bis zu dem Zeitpunkt, an dem du aufstehst, um eine öffentliche Rede zu halten.» 

Wer kennt nicht das Gefühl, in einer herausfordernden Gesprächssituation plötzlich den Faden zu verlieren oder sprachlos zu sein, nur um im Nachhinein die perfekte Antwort zu finden?

Es gibt faszinierende Fakten über unser Gehirn. Wissenschaftler*innen schätzen, dass pro Sekunde über 10 Millionen Impulse auf uns einströmen. Diese riesige Informationsflut wird durch das Gehirn automatisch gefiltert, was enorm viel Energie kostet. Fast ein Viertel unseres gesamten Energiebedarfs entfällt auf das Gehirn. Doch trotz dieser gewaltigen Kapazität nutzen wir im Alltag nur einen Bruchteil davon. Ein Grossteil bleibt im Ruhemodus und ist bereit, bei Gefahr unverzüglich in Aktion zu treten. Denn unser Gehirn ist vor allem darauf ausgerichtet, Gefahren zu erkennen. Daher werden viele positive oder angenehme Impulse einfach herausgefiltert, weil sie für unser Überleben nicht notwendig sind. Von Glück ist im Zusammenhang mit dem Funktionieren des Gehirns nicht die Rede. Um glücklich zu sein, müssen wir aktiv werden. Es hilft, wenn wir uns bewusst auf das Gute konzentrieren, auf das, was gelingt, was uns Freude bereitet und wofür wir dankbar sind. Diese Haltung macht nicht nur glücklich, sondern trägt obendrein noch zu unserer Gesundheit bei.

Für mich bedeutet Glück eine Mischung aus dem «Leben geniessen» und dem «Leben im Einklang mit anderen Menschen sowie mit den eigenen Werten und Stärken». Und ja, das darf manchmal auch mit Anstrengung verbunden sein. 

Welche Wege zu Ihrem Glück gehen Sie? Wo verschaffen Sie sich «Landeplätze» für Freude und Zufriedenheit?

18. Februar 2025, Ursula E. Brunner

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